Das Ende des GEC: Warum diese Entscheidung alle etwas angeht

Die Schließung des Global Engagement Centers (GEC) ist mehr als eine innenpolitische Entscheidung der USA – sie ist ein gefährliches Signal im globalen Kampf gegen Desinformation. Während autoritäre Staaten ihre Einflussoperationen ausweiten, fällt ein zentraler Baustein der internationalen Abwehr weg. Das sind keine guten Vorzeichen – und sie betreffen uns alle.

Was ist passiert?

Das US-Außenministerium hat bestätigt, was viele seit Monaten befürchtet hatten: Das Global Engagement Center (GEC) – eine der weltweit zentralen Institutionen im Kampf gegen Desinformation und FIMI (foreign information manipulation and interference) – wird geschlossen.

Begründet wurde dieser Schritt mit haltlosen Behauptungen: angeblicher Zensur, angeblicher Eingriffe in die Meinungsfreiheit, vermeintlich überhöhte Kosten. All das entbehrt jeder Grundlage – und ist vor allem eines: ein politisches Manöver, um Teile der Verwaltung auf Linie zu bringen.

Rückblick: Was ist das GEC?

Das GEC war eine Abteilung des US-Außenministeriums, die sich der systematischen Abwehr von Desinformation/FIMI widmete. Es war nicht nur analytisch stark, sondern auch diplomatisch aktiv – etwa durch Aufbau von Partnernetzwerken, internationale Trainingsprogramme und strategische Kommunikation.

In Fachkreisen galt das GEC als globaler Taktgeber im Umgang mit FIMI. Wer mit dem Zentrum kooperieren durfte, weiß: Diese Struktur war essenziell – und sie war wirksam.

Warum ist das ein Problem?

Die Schließung des GEC bedeutet den Verlust eines erfahrenen, standhaften Partners in einem bereits hochkomplexen Umfeld.

Desinformation/FIMI ist kein abstraktes Onlinephänomen oder ein Hirngespinst, das sich Demokraten ausdenken, um Republikaner zu zensieren. Es ist ein reales strategisches Werkzeug autoritärer Akteure darunter Russland, China, Iran – zur Destabilisierung demokratischer Gesellschaften.

Mit dem GEC verlieren Demokratien weltweit eine koordinierende Instanz, die auf FIMI-Vorfälle reagierte, narrative Trends analysierte und internationale Gegenmaßnahmen unterstützte.

Die Bedrohung bleibt – nur die Verteidigung wird schwächer.

Was jetzt?

Die Verantwortung wandert. Wenn die USA aussteigen, muss Europa einspringen:

  • Mehr Ressourcen: Nationale und EU-Einrichtungen müssen personell und finanziell gestärkt werden.
  • Neue Strukturen: Es braucht ein europäisches Pendant zum GEC – agil, vernetzt, fachlich exzellent. Eine Stärkung des EEAS liegt nahe.
  • Zivilgesellschaft fördern: Auch NGOs, Unternehmen, Stiftungen, Vereine und viele mehr brauchen Unterstützung, um Resilienz aufzubauen.

Kurzum: Wer Desinformation ignoriert, riskiert Demokratie. Wer sich ihr stellt, braucht Strukturen, die diesem Kampf gewachsen sind.

Die Schließung des GEC ist ein Rückschlag – aber sie kann auch ein Weckruf sein.


Schützen Sie sich und unsere Gesellschaft gegen Desinformation/FIMI und kontaktieren Sie uns hier:


Weiterführende Ressourcen:

Archivierte Seite: GEC Special Report: Russia’s Pillars of Disinformation and Propaganda

Reuters: US State Department closing office aimed at countering foreign disinformation

Elon Musk auf Twitter: „We should defund the GEC“

Attor­ney Gen­er­al Ken Pax­ton Sues U.S. State Depart­ment for Con­spir­ing to Cen­sor Amer­i­can Media Companies

Standard: „Meinungsfreiheit“: US-Außenministerium stoppt Desinformations-Monitoring

Politico: State Department’s little-known weapon for countering foreign disinformation faces uncertain future

WSJ: State Department Division That Battles Foreign Disinformation Faces Closure