3rd EAD FIMI Report – Was Sie wissen müssen

Der neue EEAS-Bericht zeigt, wie autoritäre Staaten mit Einflusskampagnen gegen Demokratien und Gesellschaften vorgehen – und warum es jetzt einen gesamtgesellschaftlichen Schutzmechanismus braucht.

Überblick

Der Europäische Auswärtige Dienst (EAD) veröffentlicht halbjährlich umfassende Berichte zu aktuellen Trends und Entwicklungen im Bereich Foreign Information Manipulation and Interference (FIMI). Der im März 2025 erschienene dritte Bericht dieser Reihe markiert dabei nicht nur eine inhaltliche Weiterentwicklung, sondern auch einen personellen Neuanfang – sowohl in der zuständigen Fachabteilung des EEAS als auch unter der neuen politischen Gesamtführung von Kaja Kallas.

Die Kernaussage des Berichts ist eindeutig: FIMI ist längst kein Randphänomen mehr, sondern ein global eingesetztes, systematisch genutztes Machtinstrument autoritärer Staaten. Der Bericht zeigt, wie umfassend und professionell diese Einflussnahmen inzwischen organisiert sind und wie stark sie unsere demokratischen Institutionen, Diskurse und Gesellschaften unter Druck setzen.

Globale Ausmaße und klare Zielscheiben

Der EAD analysierte für den aktuellen Bericht 505 konkrete FIMI-Vorfälle auf mehr als 38.000 Kanälen über 25 verschiedene Plattformen. Besonders im Visier: die Ukraine, Frankreich, Deutschland, Moldau und die Sahelregion. Damit bestätigt sich ein Muster, das bereits aus früheren Berichten bekannt ist: Geopolitisch besonders relevante Staaten und fragile Regionen stehen im Fokus manipulativer Einflussoperationen. Ziel ist es, politische Instabilität zu fördern, gesellschaftliche Polarisierung zu vertiefen und das Vertrauen in staatliche und mediale Institutionen zu untergraben – das Resultat ist Verunsicherung und Skepsis; ein tödlicher Mix für Demokratien.

Kurzüberblick über die wichtigsten Zahlen

Russland und China: Zwei Akteure, unterschiedliche Ansätze

Ein zentraler Teil des Berichts widmet sich der detaillierten Analyse der beiden Hauptakteure: Russland und China. Während Russland auf eine dezentrale, aggressive und vielfach krisenorientierte Strategie setzt, zeigt sich Chinas Vorgehen zentralisierter, strategischer und imageorientierter. Beide Länder nutzen dabei sowohl offen staatlich betriebene Kanäle als auch verdeckte Netzwerke und sogenannte „state-aligned“ Akteure, die schwer zuzuordnen sind.

Ein zentrales Bild des Berichts: Die FIMI-Landschaft gleicht einem Eisberg. Die sichtbaren, offiziellen Medienkanäle stellen dabei nur die Spitze dar. Der große Teil der Aktivitäten findet im Verborgenen statt – in Netzwerken von Tarnseiten, Fake-Accounts, Bots, gekauften Influencern und koordinierten Kampagnen. Besonders brisant: In mehreren Fällen dokumentiert der Bericht, wie russische und chinesische Strukturen wechselseitig Inhalte übernehmen und so ihre Reichweite gegenseitig verstärken.

Neue Methodik: Die FIMI Exposure Matrix

Erstmals wird im Bericht die sogenannte FIMI Exposure Matrix vorgestellt – ein Analysemodell, mit dem sich digitale Infrastrukturen systematisch erfassen, kategorisieren und (wenn möglich) einem Akteur zuordnen lassen.

Die neue FIMI Exposure Matrix in grafischer Darstellung

Damit schafft der EAD eine belastbare Grundlage für strategische Gegenmaßnahmen, die in der sogenannten „FIMI Toolbox“ der EU gebündelt sind: von diplomatischem Druck über regulatorische Maßnahmen bis hin zu gezielten Sanktionen.

Die FIMI-Toolbox und ihre vier Säulen: Situational awareness, resilience building, disruption & regulation and external action

Was nun? Empfehlungen für Gesellschaft, Politik und Wirtschaft

Der Bericht schließt mit einem klaren Appell: Die Abwehr von FIMI kann nur im Rahmen eines „Whole-of-Society“-Ansatzes gelingen. Das heißt: Nicht nur staatliche Stellen, sondern auch Zivilgesellschaft, Medien, Forschungseinrichtungen und Unternehmen sind gefordert, zur Resilienz der demokratischen Informationsumgebung beizutragen.

Nur durch Sensibilisierung, gezielte Aufklärung und dem Konsequenten Abwehren lässt sich der zunehmenden Einflussnahme begegnen.

FIMI ist kein Zukunftsszenario – es ist Realität. Und betrifft uns alle.

Schützen Sie sich und ihre Organisation jetzt und kontaktieren Sie uns für ein Erstgespräch.

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